Besuch des Weihnachtsmarktes in Isle

Mehr als zweitausend Kilometer mit dem Auto fahren, um einen Weihnachtsmarkt zu besuchen? Zwölf Mitglieder des Freundeskreises Isle-Gunzenhausen machten sich unter Leitung von Erstem Bürgermeister Gerhard Trautner auf den langen Weg, um den sehr beachtlichen Weihnachtsmarkt in unserer Partnerstadt Isle zu besuchen, um Freunde zu treffen, Kontakte zu pflegen und um das 20-jährige Partnerschaftsjubiläum vorzubereiten, das zu Pfingsten 2004 in Isle gefeiert werden kann.


Ein wenig weihnachtliches Flair aus Franken hatte die Delegation ebenfalls mitgebracht. Metzgermeister Hermann Fischer grillte Bratwürste, Töpfermeister Uwe Maier hielt typischen Weihnachtsschmuck, Lebkuchen, Früchtebrot, Stollen und Töpferwaren aus eigener Werkstatt feil, Stadtrat Gerd Rudolph betätigte sich als Schankwirt für fränkisches Bier und Ortssprecher Oskar Rohrmann schenkte Glühwein aus. Die Mitglieder des Partnerschaftskomitees von Isle hatten dafür ein größeres Zelt weihnachtlich geschmückt und erklärten auf Schautafeln, wie in französischen und deutschen Familien das Weihnachtsfest gefeiert wird.

Weihnachtsmärkte sind in Frankreich relativ selten. Umso erstaunlicher ist es, welchen Umfang und welche überörtliche Bedeutung der Markt in unserer Partnerstadt inzwischen angenommen hat. Nicht nur in der mit weihnachtlicher Beleuchtung geschmückten Hauptstraße reihte sich Stand an Stand, sondern auch im großen Salle du Temps libre und heuer erstmals in einem weiteren Zelt. Fieranten kamen aus der gesamten von Viehzucht geprägten Region und boten kulinarische Spezialitäten des Limousin an: Verschiedenste Käsesorten aus Kuh-, Ziegen- oder Schafsmilch (vier bis fünfhundert werden in Frankreich produziert), Gänseleberpasteten, Entenrilets, Hartwurst und geräucherten Schinken. Stadtrat Hans Schuler als Fachmann hatte seine besondere Freude an den landwirtschaftlichen Produkten. Natürlich waren auch kunstgewerbliche Limousiner Spezialitäten aus Email, Porzellan, Leder oder Wolle auf dem Markt vertreten.

Organisation und Durchführung des Weihnachtsmarktes liegt in Händen eines Vereins, des Comité des Fêtes. Pascal Theillet, der Vorsitzende, kann stolz sein auf eine Vielzahl ehrenamtlicher Helfer, die sich an den beiden Markttagen rund um die Uhr um alles kümmern. Nur so ist es möglich, ein umfangreiches Rahmenprogramm zu bieten, zu dem eine Tombola, das traditionelle Gänserennen, Kinderbelustigungen, Ausstellungen und Konzerte des Jugendakkordeonorchesters AML gehören.

Mitglieder der beiden Partnerschaftskomitees, Michèle Laurent, Monique Martin, Luce Magne, Christine Herbreteau und André Keryell auf französicher, Franz Müller, Cornelia Rhode, Johann de Buhr und Judith Bührle auf deutscher Seite nutzten den Besuch, um Einzelheiten der Jubiläumsfeierlichkeiten zu besprechen, die vom 28. Mai bis 1. Juni 2004 in Isle geplant sind. Ein Gespräch mit Robert Nicolas, dem Direktor der Grundschule von Isle, diente der Verbesserung schulischer Kontakte. Bürgermeister Marcel Faucher gewährte Gästen und Gastgebern einen Empfang.

Stadtrat Jean-Marie Jude und Guy Chazat führten durch das Centre de la mémoire in Oradour. Eine Einheit der SS-Division „Das Reich“ hatte das Dorf 1944 vollkommen zerstört und 642 Männer, Frauen und Kinder erschossen oder in der Kirche bei lebendigem Leibe verbrannt. Dorf und Museum sind ein Zentrum des Gedenkens und ein Appell zu Frieden und Verständigung, den wesentlichen Zielen unserer Partnerschaft.

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