Festakt Elysee-Vertrag

Ein stabiles Fundament

Deutsch-französischer Freundschaftsvertrag bekräftigt


GUNZENHAUSEN (am) – Vor 50 Jahren wurde der Élysée-Vertrag zwischen Frankreich und Deutschland unterzeichnet. Aus diesem Anlass bestätigten nun Bürgermeister Joachim Federschmidt und sein Amtskollege Gilles Begout aus der Partnerstadt Isle mit ihren Unterschriften die Deklaration zur Förderung der deutsch-französischen Freundschaft und bekräftigten diese so im Haus des Gastes.
Der Vertrag, der 1963 vom damaligen Bundeskanzler Konrad Adenauer und dem französischen Staatspräsidenten Charles de Gaulle unterzeichnet wurde, verpflichtet beide Regierungen zu Konsultationen in allen wichtigen Fragen der Außen-, Sicherheits-, Jugend- und Kulturpolitik. Seit dieser Zeit wur­den Städtepartnerschaften gegründet und kontinuierlich ausgebaut. Heute gibt es zwischen Deutschland und Frankreich etwa 2200 Städtepartner­chaften – so viele wie nirgends auf der Welt.
So entdeckten jedes Jahr fast 250000 Jugendliche durch das 1963 im Rahmen des Vertrags gegründete Deutsch-Französische Jugendwerk das Partnerland. Gerade dieses „Office Franco-Allemand pour la Jeunesse“, das im Juli seinen 50. Geburtstag feiern konnte, ist für Federschmidt „ein besonders beeindruckendes Kind des Élysée-Vertrags, welches seit sei­ner Gründung 8,5 Millionen junge Menschen zusammengeführt hat“, be­tonte er in seiner Festansprache.
Zwischen der französischen Region Limousin und dem Bezirk Mittelfranken begannen die Beziehungen in den 70er-Jahren. Fundament der Bezirkspartnerschaft sind 30 Kommunalpartnerschaften, darunter die zwischen Isle und Gunzenhausen. Etwa 150000 Bürger aus beiden Regionen haben sich bereits getroffen und kennengelernt.
Im nächsten Jahr können Isle und Gunzenhausen 30 Jahre freundschaft­licher Verbundenheit und Zusammenarbeit feiern. „Wir freuen uns auf das Fest, das dann in Gunzenhausen stattfindet“, fügte das Stadtoberhaupt hinzu. Sein Dank galt den beiden Partnerschaftskomitees und den Stadträten beider Städte, die viele Zusammenkünfte ermöglichen. Im Jahr des 50-jährigen Jubiläums des Élysée-Vertrags sei es dem Stadtrat der Stadt Gunzenhausen ein besonderes Anliegen gewesen, diese Deklaration zu unterzeichnen. Seinem französischen Kollegen Gilles dankte er für die hervorragende Unterstützung in dieser Sache. Er freue sich „auf viele weitere Jahre und Jahrzehnte freundschaftlicher Verbundenheit und erfolgreicher Zusammenarbeit“, merkte der Rathauschef abschließend an.
Gilles Begout betonte die moralische Verpflichtung beider Städte, zur Erhaltung der Partnerschaft die guten Beziehungen fortzuführen. „Darum ist es wichtig, die Bevölkerung und vor allem die Jugend mit einzubeziehen“, so Begout.
Anschließend lasen die Vorsitzenden des Partnerschaftskomitees, Ingrid Pappler und Colette Truchassou, die Deklaration in deutscher und französischer Sprache vor. In dem Papier ist auch die Forderung enthalten, „dass die Beiträge der Regierungen zum Etat des DFJW (Deutsch-Fran­zösisches Jugendwerk), die seit seiner Gründung unverändert geblieben sind, neu bewertet werden, um es zu ermöglichen, seine Arbeit für die jun­ge Generation weiterzuführen und zu investieren, sodass wir ihr Erbe unserer gemeinsamen deutsch-französischen Geschichte vermachen können“.
Unter dem Applaus der Anwesen­den wurde im Anschluss die Deklaration von den beiden Bürgermeistern Gilles Begout aus Isle und Joachim Federschmidt aus Gunzenhausen unterzeichnet und die Freundschaft mit einem festen Händedruck bestätigt. Musikalisch umrahmt wurde die Ver­anstaltung von der Familie Pfahler aus Gunzenhausen.

(mit freundlicher Genehmigung des © ALTMÜHL-BOTE, GUNZENHAUSEN)

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